Entwicklungsgeschichte der Systemaufstellungen im Spezialfeld Organisation

Die ersten Expeditionen in ein fremdes Land - Quereinsteiger als Pioniere

Die Geschichte der Organisationsaufstellung  beginnt 1995 in Kufstein (A) im Sinn von reinem "Ausprobieren". Bert Hellinger wurde gefragt, ob er nicht für einige Interessierte und Befreundete auch einmal Organisationsthemen aufstellen könnte. Einer der Teilnehmer dieses Seminars, für den sein eigenes Arbeitssystem aufgestellt worden war, war Gunthard Weber, der mit seinem Buch 'Zweierlei Glück' (1994) die "Familienaufstellung" nach Bert Hellinger bekannt gemacht hatte.  

Glücklicherweise waren die Pioniere im Organisationsbereich so potente und umsichtige Personen wie Gunthard Weber (Psychiater, Systemischer Familientherapeut) und Brigitte Gross (Psychotherapeutin und NLP-Trainerin), die die Linie und das Niveau vorgaben. In ihrem ausgezeichneten Grundsatzartikel (Weber, 1998) haben die beiden Autoren auf 15 Seiten eine Grundlage gelegt, die trotz der rasanten Entwicklung auch heute noch weitgehend gültig ist. 

Die Vorgangsweise aus diesen Anfangszeiten nennen wir heute "Klassische Organisationsaufstellung". In Analogie zu den Mitgliedern der Familie wurden die Mitglieder einer Organisationseinheit oder eines Teams aufgestellt und die Dynamiken zwischen diesen Personen bearbeitet. Man erkannte bald, dass dies eine Organisation nur teilweise abbildete. Nach und nach kamen Elemente wie "Ziele", "Kunden", "Produkte" etc. dazu. Die repräsentierende Wahrnehmung – schon für Personen erstaunlich genug – funktionierte auch für abstrakte Elemente.


Die abstrakte Zugangsform eröffnet neue Einsichten in die komplexe Welt der Organisation

Zwei andere Quereinsteiger leisteten und leisten richtungsweisende Grundlagenarbeit: Matthias Varga von Kibéd, Professor für Logik, Philosophie und Wissenschaftstheorie und Insa Sparrer, Psychologin und Psychotherapeutin. Sie erarbeiteten systematisch eine umfassende Theorie und Grammatik für die von ihnen so bezeichneten Systemischen Strukturaufstellungen (Varga/Sparrer, 2000; Sparrer, 2001, 2006). Es wurden eher abstrakte struktur- und prozessdeterminierende Elemente wie "das Problem" ,"Hindernis A, B", Entscheidungsoptionen ("Tetralemma") etc. eingeführt; Möglichkeiten der "verdeckten" Intervention und Prozessarbeit wurden gefunden, wodurch auch heikle Themen im Rahmen eines öffentlichen Settings, außerhalb und innerhalb des Unternehmens bearbeitbar gemacht wurden. Es wurden gegenüber dem System 'Familie' andere, komplexere systemische Ordnungen erkennbar. Varga v. Kibéd wies – in Anlehnung an Erickson - als erster darauf hin, so weit wie möglich in der Sprache des Klienten (also "Kunden") zu sprechen. 

In Summe kam man damit der Realität von Organisationen einen entscheidenden Schritt näher. Es entstand ein experimentierfreudiges Klima auf breiter Ebene.

Die Systemaufsellung als integriertes Management- und Beratungsinstrument

In dem Maß als systemisch orientierte Organisationsspezialisten (Berater, Führungskräfte, Fachspezialisten) das Instrument für sich entdeckt haben, entwickelt sich eine neue Richtung. Die Systemaufstellung wird unspektakulär als ein Werkzeug von mehreren in laufende Beratungs- oder Managementprozesse integriert. Es werden neue Aufstellungsformate entwickelt, die sich konzeptionell und sprachlich an das jeweilige professionelle Feld andocken. Dies trifft vor allem auf die Felder OE/Veränderungsmanagement, Strategie, Vision, Ziele, Marketing, Werbung, Marktforschung, Projektmanagement, HR-Management u. a.

Viele BeraterInnen und Organisationsinterne waren neben den genannten Pionieren an der "Übersetzungsarbeit" in das Feld Organisationen beteiligt, wie T. Siefer, M. Wingenfeld, Grochowiak (2001), Horn/Brick (2001, 2003), C. Essen, J. J. Stam, M. Blumenstein, A. Boutellier, Groth/Stey (2007), F. Assländer, Rosselet/Lingg/Senoner (2007), B. Knegendorf, B. Sachs-Schaffer, C. Regojo und viele andere, die in der praktischen Arbeit in und mit Organisationen zur Entwicklung beigetragen haben.  Vom deutschsprachigen Raum aus hat sich die Methode in viele Länder weltweit verbreitet.

Parallel zu dieser Entwicklung haben sich auch die Vorgangsweisen verändert. 

Immer mehr Einsatzbereiche werden erschlossen.

 

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"Was geht ab?" Ein Film zur 4. infosyon-Akademie im Sept. 2018.
Downloads der Beiträge zum Kongress 'Und wohin ziehen die Drachen nun?' in Wiesloch 26. - 28.04.2018
Das weite Feld der Aufstellungsarbeit 04.10.2018/08.11.2018/06.12.2018
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